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Bürgerbegehren "100-Wasser"
wurde am 25.März 2010 erfolgreich beendet.
25700 Unterschriften wurden gesammelt und dem statistischen Amt zur Prüfung übergeben.

Die aktuellen Meldungen hierzu finden Sie unter:
http://www.hundert-wasser.org

Rückblick

Am 30. April 2009 um 16.30 Uhr
begann auf dem Marktplatz vor dem Stuttgarter Rathaus der Auftakt zum:
Bürgerbegehren
"100-Wasser"

für die 100%ige Rekommunalisierung der Stuttgarter Wasserversorgung

OB Schusters Deal mit EnBW,
die sogenannte „Grundsatzvereinbarung über die Neuordnung der Stuttgarter Wasserversorgung zwischen der Landeshauptstadt Stuttgart und der EnBW Regional AG“, würde die Privatisierung unserer Wasserversorgung bis 2024 verlängern. OB Schuster und EnBW spüren die starke Stimmung für Rekommunalisierung unter den Bürgerinnen und Bürgern und wollen mit ihrer Vereinbarung EnBW den Zugriff auf unsere Daseinsvorsorge auch für die Zukunft absichern – als ersten Schritt die Wasserversorgung. Strom und Gas würden ab 2011 folgen. Das werden wir gemeinsam verhindern.

Zeitgleich mit dem Beginn der Gemeinderatssitzung - wurden Unterschriftenlisten ausgegeben.
Motto: Die tagen oben, wir handeln unten.

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Fotos: Archiv Wasserforum

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Informationen zur Wasserprivatisierung in Stuttgart:
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Stuttgarter Wassergeschäfte

Zeichnung Friederike Groß, Quelle STZ vom 21.03.09
Lesen Sie den Artikel zur Karrikatur. Quelle: Stuttgarter Zeitung vom 21.03.09
Artikel anzeigen, (PDF)
<hier klicken>
Unsere Pressemitteilung vom 30.03.09 anzeigen, (PDF) <hier klicken>
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Aufruf an den Stuttgarter Gemeinderat:
Unsere Wasserversorgung muss wieder
kommunal werden !

Autor: Dipl.Ing.(FH) Werner Weber, Tannenäckerstr. 8, 70469 Stgt., Tel. 0711-818301, Werner.L.Weber@web.de

In den Medien wurde berichtet:

STN vom 14. August 2008, Autor: Walther Rosenberger

Städte holen sich ihr Wasser zurück
Immer mehr Gemeinden in Europa wollen die Versorgung ihrer Bürger wieder selbst in die Hand nehmen

STZ vom 29.Januar 2008,
Leipzigs Bürger kippen Privatisierung

Bürgerentscheid erfolgreich, Bevölkerung will ihre Stadtwerke nicht verkaufen

Beschluss des 7.Landesausschusses von B'90 DIE GRÜNEN, vom 24.04.04 in Kehl

Wasser muss in öffentlicher Hand bleiben

Liberalisierungsbestrebungen der EU bzüglich Wasserversorgung bereitet Sorgen

STAATSANZEIGER BW vom 11. Juli 2008, Titelseite

Kommunen kämpfen gegen EU-Konzessionsrichtlinie

Bislang gilt das EU-Vergaberecht nicht für die Wasserversorgung

Um was geht es?

Durch Gemeinderatsbeschluss hat die Stadt Stuttgart im Jahre 2002 ihren gesamten NWS-Aktienbesitz an die EnBW AG verkauft. Damit ging die gesamte Stuttgarter Strom-, Gas- und Wasserversorgung an die EnBW über. Gleichzeitig gingen damit auch die Anteile Stuttgarts von jeweils 33,3% an den beiden großen Zweckverbänden Landeswasserversorgung (LW) und Bodensee-Wasserversorgung (BWV) an die EnBW. LW und BWV versorgen über das größte Fernleitungsnetz Europas Stuttgart und weitere 7 Mio. Bürger in BW mit bestem Trinkwasser aus dem Donauried (LW) sowie aus dem Bodensee (BWV).
Der Verkaufserlös aus dem NWS-Aktienanteil (42,5%) betrug
1,627 Mrd. Euro. Er ist noch vorhanden und u.a. bei der LBBW angelegt. Stuttgart verkaufte 2002 zusätzlich seinen EnBW-Aktienbesitz (9%) für
865 Mio. Euro an die EnBW. Auch dieses Geld ist noch vorhanden und angelegt.

Die Stadt Stuttgart hätte theoretisch mit der EnBW AG, als Eigentümerin und Betreiberin ihrer Wasser-versorgung, keinen Grund zur Klage. Denn Wasserpreis, Wasserqualität und Service stimmen. Außerdem ist die EnBW AG ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen, das durch Beteiligungen an über 40 Stadt-werken in BW als der größte Wasserversorger im Lande fungiert.

Wo sind die Probleme?

Tatsächlich bestehen aber ernst zu nehmende Gründe, sich über die Zukunft der Wasserversorgungen in Stuttgart und in Baden-Württemberg Sorgen zu machen:

Beobachter erwarten eine Fusion zwischen der EnBW AG und dem fünftgrößten deutschen Energie-konzern EWE AG in Oldenburg. Dies würde bedeuten, die knappe Mehrheit der kommunalen Zweckver-bände aus Baden-Württemberg von 50,64% wäre verloren. Eine Aktienbeteiligung der EnBW von 26% an der EWE wird vom Bundeskartellamt geprüft. Mit der Genehmigung ist Mitte Januar 2009 zu rechnen.
Die EdF (Electricité de France) versucht bei EnBW die Aktienmehrheit zu erlangen. Ihr Versuch im Jahr 2005 ist gescheitert. Heute besitzt der französische Staatskonzern bereits 45,01% der EnBW-Aktien.
Die EdF ist der größte Energieversorger in Europa mit dem Schwerpunkt Strom und Gas. Es ist davon auszugehen, dass der Geschäftsbereich Wasserversorgung, da er nicht zum Kerngeschäft der EdF gehört, ausgegliedert und an einen Wasserkonzern oder sonstige Investoren verkauft wird, falls die EdF bei der EnBW AG die Aktienmehrheit erringen sollte.
Denkbar ist sogar eine Zerschlagung des ganzen EnBW-Konzerns mit gewinnbringendem Verkauf der einzelnen Sparten Strom, Gas und Wasser mit allen negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort BW.

Eine weitere Gefahr für unsere Wasserversorgung droht aus Brüssel.
Nach dem
EU-Vergaberecht müssen Konzessionsverträge für die Wasserversorgung der Kommunen europaweit ausgeschrieben werden. Ausgenommen von der Ausschreibungspflicht sind nur Kommunen, die zu 100% Eigentümer ihrer Versorgungsnetze sind und diese selbst betreiben.

Unsere Wasserversorgung kann jedenTag in falsche Hände geraten, bedingt durch Fusionen, Entflechtungen oder über das EU-Vergaberecht.

Durch das neue EU-Vergaberecht droht auch den beiden großen Zweckverbänden Landeswasser-versorgung (LW) und Bodensee-Wasserversorgung (BWV) die Auflösung und Privatisierung. Da an der LW und BWV jeweils ein Privater (EnBW AG) mit 33,3% beteiligt ist, gelten sie nicht mehr als kommunal, sondern als gemischtwirtschaftliche Unternehmen, deren Dienstleistungen künftig europaweit ausschrei-bungspflichtig werden. (§ 99 GWB, Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung, Novellierung erfolgte im Dez. 08).

Was muss der Gemeinderat tun?

Jetzt ist schnelles Handeln der Stuttgarter Gemeinderäte über alle Parteigrenzen hinweg erforderlich. Die Gemeinderäte können beschließen, mit der EnBW AG sofort Verhandlungen aufzunehmen. Das Ziel muss sein, dass Stuttgart den gesamten Wasserversorgungsbetrieb, wie er früher im Besitz der NWS AG war, zurückkauft.

Zum Wasserversorgungsbetrieb gehören auch die ehemaligen
Anteile Stuttgarts an den beiden Zweck-verbänden LW und BWV. Sie sind unsere Wasserlieferanten, ohne die ein Wasserversorgungsbetrieb im Stadtgebiet nichts wert ist. Diese Anteile befinden sich im Besitz der EnBW. Sie haben mit der Konzession nichts zu tun und müssen ebenfalls sofort zurückgekauft werden.
Das gesamte Geld aus dem NWS-Aktienverkauf ist noch vorhanden und angelegt. Nur ein kleiner Teil davon ist für den Rückkauf nötig. ( Die Kernkraftwerke, Gas- und Kohlekraftwerke, Hochspannungs-Übertragungsnetze usw. aus NWS-Besitz bleiben weiterhin bei der EnBW).

Auch wenn die Stadt kein Geld hätte, wäre die Geldbeschaffung über einen günstigen Kommunal-kredit leicht möglich und eine Rekommunalisierung trotzdem profitabel.

Noch besser, zukunftsweisender und ebenfalls finanzierbar wäre ein
Rückkauf des gesamten Strom-, Gas- und Wasserbetriebes innerhalb des Stadtgebietes von Stuttgart. Solange die kommunalen Verbände aus BW an der EnBW AG noch über eine knappe Aktienmehrheit von 50,64% verfügen, ist der Rückkauf durch die Stadt zu einem fairen Preis politisch sicher durchsetzbar.
Jetzt bestehen noch Chancen für einen Rückkauf durch die Stadt. Das Warten auf das Auslaufen der Konzessionsverträge ist mit hohen Risiken verbunden!

Eigene Stadtwerke in Stuttgart

ermöglichen eine nach ökologischen Gesichtspunkten ausgerichtete Wirtschaftsweise bei der Energie- und Wasserversorgung. Die Schonung der Ressourcen, Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung stehen dabei im Vordergrund.
Beim Wasser handelt es sich nicht um eine beliebige Handelsware, sondern um unser wichtigstes Lebensmittel, das an Leitungen gebunden ist. Nur der Eigentümer bestimmt über das Leitungsmonopol. .
Zu einer nachhaltigen Wasserversorgung gehören auch Wasserschutzgebiete, Grundwasserschutz, Abwasserreinigung und Gewässerschutz. Die Stadt muss über Generationen planen und investieren.
Es gelten die Gesichtspunkte der nachhaltigen Bewirtschaftung und nicht die kurzfristigen
Gewinnerwartungen, wie sie Privatkonzerne im Interesse ihrer Aktionäre anstreben.

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Bei eigenen Stadtwerken kann die Stadt selbst bestimmen, woher sie den Strom bezieht und wie er erzeugt wird. Der Umstieg auf ökologisch sinnvolle dezentrale Energieerzeugung mit Blockheizkraft-werken, die über die ganze Stadt verteilt sind, ist möglich. Der Strom muss in Zukunft dort produziert werden, wo auch die Wärme genutzt werden kann.

Eigentümer der Wasserbetriebe

Grafik groß anzeigen, (PDF) <hier klicken>

Die Eigentümer der beiden Fernwasserversorgungen (Landeswasser und Bodensee-Wasser) sind zu 66,6% Kommunen und kommunale Verbände in BW. Das Problem ist: 33,3% der Zweckverbands-anteile befinden sich in der Hand des Energiekonzerns EnBW AG.
EnBW gehört zu 100% die Strom-, Gas- und Wasserversorgung in Stuttgart. Da sich EnBW mit 45,01% Aktienanteil im Besitz des französischen Staatskonzerns EdF befindet, wird über unsere Wasser- und Energieversorgung in Paris bestimmt.
Das gesamte Abwasserkanalsystem und die 4 Klärwerke in Mühlhausen, Möhringen,Plieningen und Ditzingen gehören noch zu 100% dem Stuttgarter Eigenbetrieb SES.

Was kostet unser Wasser?

Grafik groß anzeigen, (PDF) <hier klicken>

Die beiden Zweckverbände LW und BWV versorgen Stuttgart und weitere 7 Mio. Menschen in BW. Der Wasserpreis wird nach dem Kostendeckungsprinzip berechnet. Bei einer Privatisierung der LW und BWV würde sich der Lieferpreis auf einen Schlag um mindesten 40% erhöhen. Die EnBW als Zweckverbandsmitglied erhält das Frischwasser zum selben Preis wie alle Kommunen in BW geliefert. Am Ende des Verteilnetzes kostet das Wasser 2,34 Cent/m³ incl. 7% MWSt. Die Schmutzwasser- und Niederschlagswassergebühr wird von SES errechnet. SES als kommunales Unternehmen berechnet keine Mehrwertsteuer. Bei einer Privatisierung der SES wäre die Abwassergebühr sofort um mind. 40 % höher (errechnet aus Gewinn + Steuern).

Cross-Border-Leasing-Geschäfte (CBL) mit Wasserbetrieben

Grafik groß anzeigen, (PDF) <hier klicken>

Sämtliche Wasserbetriebe für Versorgung, Verteilung und Entsorgung sind entweder verkauft (siehe weiter oben) oder auf CBL-Basis an US-amerikanische Investoren für 99 Jahre verleast. Die Verluste aus den CBL-Geschäften trägt der Verbraucher über den erhöhten Wasserpreis (ab 2009).
Die CBL-Geschäfte der Landeswasserversorgung und der Bodensee-Wasserversorgung konnten am 29.März 2009 beendet werden. (Weitere Details, <<hier klicken>>)

Auch die EnBW hat auf CBL-Basis Verwaltungsgebäude in Stuttgart und Karlsruhe verleast. Falls es hier finanzielle Probleme geben sollte, bezahlt der Kunde die Zeche über erhöhte Wasser- und Energiepreise.

Stuttgart hat das Abwasserkanalsystem und seine 4 Klärwerke auf CBL-Basis verleast. Falls wegen der Bankenkrise Verluste entstehen, erhöhen sich die Abwassergebühren.

Wasserversorgungsgebiete in Stuttgart

Stuttgart liegt in einer wasserarmen Region. Außer Mineralquellen besitzt die Stadt fast keine Grundwasservorkommen. Seit 1917 wird Stuttgart deshalb über Fernleitungen von der Landeswasserversorgung mit Grundwasser aus dem Donauried versorgt. Ab 1948/49 herrschte in Stuttgart in den Sommermonaten wieder akuter Wassermangel. Der Grund für Planung und Bau der Bodensee- Wasserversorgung von 1954- 58. Die Landeswasserversorgung (LW) beliefert heute die Stadtgebiete im Norden und Osten (hellblau). Von der Bodensee-Wasserversorgung (BWV) werden die Stadtgebiete im Süden und Westen beliefert (dunkelblau). Nur durch die LW und BWV war die wirtschaftliche Entwicklung von Stuttgart und BW erst möglich. BW besitzt die beste Trinkwasser-Infrastruktur in ganz Europa. Und dieser droht die Privatisierung!

Zweckverband Landeswasserversorgung (LW)

Zweckverband Landeswasserversorgung (LW)Inbetriebnahme 1917
Wasserentnahmerecht max. 450.000 m³/Tag
735 km Leitungsnetz
Versorgt mit Stuttgart 3 Millionen Einwohner in BW

Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (BWV)

Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung (BWV)
Inbetriebnahme 1958
Wasserentnahmerecht
max. 670.000 m³/Tag
1.700 km Leitungsnetz
Versorgt mit Stuttgart
4 Millionen Einwohner in BW

Bürgerinitiative Stuttgarter Wasserforum

Aufsatz auf 4 Seiten im Druckformat (PDF) anzeigen, <hier klicken>
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